"Tür frei" in Deutschland

Am 04.Oktober hieß es in diesem Jahr zum ersten Mal bundesweit "Tür frei". Im ganzen Land strömten Besucher in Reithallen, durch Ställe und auf Koppeln. Der Tag des offenen Pferdebetriebes, der unter dem Motto "Komm zum Pferd" stand, brachte vielen Reitsportbegeisterten ihr Hobby ein Stück näher.

Warme Pferdenasen streicheln, sich von den langen Tasthaaren kitzeln lassen und dabei würzigen Stallgeruch einatmen - das Vergnügen ließen sich Pferdeliebhaber am 04.Oktober nicht nehmen. Am ersten bundesweiten "Tag der offenen Stalltür" konnte jeder, der Lust hatte Reiten, Voltigieren, Kutsche fahren, Pferde und "Pferdemenschen" kennen lernen und ganz viel über die rund 1000 teilnehmenden Reitbetriebe erfahren.
"Genau das wollten wir mit der Veranstaltung bezwecken", sagte Dörte Rehse-Behncke vom Pferdesportverband Schleswig-Holstein. "Während auf normalen Turnieren meist nur Zuschauen angesagt ist, gab es hier Pferde zum Anfassen. Viele Reitsport-Interessierte trauen sich gar nicht, einfach auf einen Hof in ihrer Nähe zu spazieren und den Reitlehrer auszufragen. Am Tag des offenen Pferdebetriebes haben die Betriebe die Gelegenheit, ihr ganzes Angebot einem breiten Publikum zu präsentieren. Da finden sich natürlich auch oft neue Reitschüler."
So wie beim Reitstall Möschenhof in schleswig-holsteinischen Alveslohe (www.moeschenhof.de, Tel. 04193/4730). "Da saß eine 40-jährige Frau zum ersten Mal in ihrem Leben auf einem Pferd und strahlte über das ganze Gesicht - und das, obwohl sie eigentlich Angst vor Pferden hatte", berichtet Dörte Rehse-Behncke. Und weil die Zahl der Späteinsteiger immer mehr zunimmt, gibt es auf diesem Hof neben dem normalen Unterricht auch "Ü-40"-Reitstunden.
Für eine andere Zielgruppe bietet der Ponyclub Heidmühlen in Schleswig-Holstein (Tel. 0172/4163755) eine Besonderheit: Freitags ist immer Männerreitstunde. Reitlehrer David Schmidt (Trainer C) unterrichtet das im Reitstall eher selten gesehene Geschlecht. "Natürlich wollen Jungs - egal welchen Alters - nicht in einer Horde kichernder Mädchen reiten lernen", sagte Stallbetreiberin Christine Hennig. "In der Jungsgruppe sind sie ganz unter sich. Da dürfen natürlich auch erwachsene Männer mit reiten." Außerdem hat der Hof noch einen "Ponymäuseclub" für kleine Pferdeliebhaber von zwei bis sechs Jahren im Angebot. "Und den talentierten und ehrgeizigen Reitern bieten wir die Möglichkeit, mit unseren optimal ausgebildeten Schulpferde- und Ponys auf Turnieren teilzunehmen", so Christine Hennig.
Was bereits seit zwei Jahren erfolgreich in Schleswig-Holstein statt fand, wurde in diesem Jahr erstmals bundesweit ausgetragen. "Nachdem wir von den tollen Erfolgen aus dem nördlichsten Bundesland hörten, mussten wir die Aktion einfach auf ganz Deutschland ausweiten", so Thomas Ungruhe von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). "Was die rund teilnehmenden Betriebe in Schleswig-Holstein anzubieten haben, ist wirklich außerordentlich", lobte er. "Es wurde wieder einmal gezeigt, wie vielfältig der Pferdesport in unserem Land ist. Vom Ponykind über Nachwuchszüchter, Wanderreiter bis zum 45-jährigen Einsteiger - für jeden ist etwas dabei!"
Auf dem Sproitzenhof von Hermann Sprätz im niedersächsischen Barum (www.sproitzenhof.de, Tel. 05806/222) wurden verschiedene Reitweisen demonstriert und eine Freiheitsdressur gezeigt ¬- viele Zuschauer zeigten sich schwer beeindruckt von der scheinbar mühelosen Leichtigkeit, mit der man ein Pferd dirigieren kann.
Die Reiter von Wittes Reitanlage in Riede (Niedersachsen, Tel. 04294/294, www.wittes-reitanlage.de) griffen u.a. zu Cowboyhut und Westernsattel und zeigten eine rasante und zugleich lässige Westernshow. Außerdem stellten sie dem Publikum ihre wunderschönen Iberischen Pferde vor.
Wer noch nach einer passenden Reitschule sucht, Kutsche fahren lernen will, sich für Pferdezucht oder sonstige Themen rund ums Pferd interessiert, kann sich bei der FN (Tel. 02581/6362-0 oder www.pferd-aktuell.de) informieren.

Foto's: Nadine Sorgenfrei, Pferde-Welt.Info
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