Maskulin und elegant: Mercedes M-Klasse und VW Phaeton 4Motion

Die M-Klasse von Mercedes - maskulin, muskulös, modern. Klingt gut. Diese Wortspielchen liegen irgendwie auf der Hand, wenn man an den Gelände-SUV aus Stuttgart denkt. Der Phaeton-Allradler von VW ist eher elegant und vollgepackt mit Luxusartikeln. Und wie eignen sich beide als Zugmaschine für Pferdeanhänger - unser Auto-Experte Heinrich Rohne hat Antworten gefunden.

So sehen sie aus: Ist die M-Klasse von Mercedes wirklich so maskulin, so muskulös und so modern? Auf das Design trifft es schon mal zu. Die flache Frontscheibe, der äußerst markante Grill, die stark betonten Radläufe, die kantigeren Formen und die nach unten gezogene Dachlinie lassen die M-Klasse deutlich aggressiver wirken. Wie auf dem Sprung in eine neue Dimension. Gelungen ist auch die um die Ecke gezogene Heckscheibe, die die Seitenlinie so ansehnlich macht. Eben ein schicker automobiler Alleskönner, mit dem man immer gut angezogen ist.

Der Auftritt des VW Phaeton mit seiner gestreckten Karosserieform, dem klassischen Heck und der filigranen Front ist beeindruckend. Der große Volkswagen ist elegant, zurückhaltend, modern und erst auf den zweiten Blick irgendwie mächtig.

So viel Platz haben sie: Innen hat der Mercedes M-Klasse Platz in Hülle und Fülle. Von dem verlängerten Radstand (+ 95 mm) profitieren die Fondpassagiere am meisten. Auch das Ladeteil kann sich mit maximal 2050 l sehen lassen - als Lastesel gut zu gebrauchen.

Auch der VW Phaeton lässt sich nicht lumpen. 500 Liter Stauraum im Kofferraum ist kein Pappenstiel. Ansonsten schwelgen Fahrer und Passagiere im Innenraum im Luxus. Die Materialien, die Verarbeitung, aber auch Ambiente und Raumgefühl könnten besser kaum sein. Die belüfteten Sitze lassen sich einstellen, dass einem geradezu schwindlig wird. Das Angebot an Kopf-, Bein-, Schulter- oder Ellenbogenfreiheit ist schlichtweg beeindruckend. Das Armaturenbrett erscheint in einer Komposition aus Leder, Holz und edlen Kunststoffen. Die sechs Rundinstrumente sehen edel aus und lassen sich perfekt ablesen. Weitere Informationen gibt das Multifunktionsdisplay in der Mitte.


So fahren sie sich: Ob auf Asphalt oder auf tiefem Geläuf - die Mercedes M-Klasse kommt auf allen Belegen gut klar. Limousinenfeeling wie in der S-Klasse stellt sich schnell ein, legt man den Automatik-Wahlhebel am Lenkrad auf Fahrstufe D. Sanft gleitet die M-Klasse dahin, schluckt jede Bodenwelle und ist somit eine ideales Reisemobil. Dafür sorgen die jeweils zwei Benziner (3,5-l-V6/272 PS und 5-l-V8/306 PS) und 6-Zylinder-Diesel (280 CDI/190 PS und 320 CDI/224 PS) sowie der 8-Zylinder-Diesel 420 CDI mit 306 PS. Glänzt der 500er durch seine pure Kraft bei allerdings horrenden Spritverbräuchen (zwischen 17 und 20 Litern), so besticht der 320 CDI durch sein hohes Drehmoment von 510 Nm bei bereits 1400 Umdrehungen und eben Sparsamkeit an der Zapfsäule (um die zehn Liter). Keine Frage, die Diesel sind die beste Wahl.

Auch der VW Phaeton bietet eine vielfältige Motorenpalette (6-, 8-, 10- und 12-Zylinder). Wir haben uns beim Praxistest für den 3.0 TDI 4Motion entschieden. Der gibt Anlass, mit der Zunge zu schnalzen: Drei Liter pure Power mit sechs Zylindern. Leise säuselnde 240 PS scheinen nicht viel für einen Koloss mit 2,2 Tonnen Leergewicht. Doch der Wolfsburger ist alles andere als schwach auf der Brust ist. Den Spurt von 0 auf 100 km/h erledigt der Phaeton in 8,3 Sekunden, die Spitze liegt bei 237 km/h. Und das bei einem Durchschnittsverbrauch von unter zehn Litern - Spitze. Mit 90 Litern Tankvolumen kann man so einige Zeit unterwegs sein. Das Fahrwerk und die gute Sechsgangautomatik sind über jeden Zweifel erhaben.

So viel können sie ziehen: Das Mercedes-Kraftpaket ist ein gern gesehener Gast auf dem Reitplatz. Bei einer Anhängelast von 3.500 Kilogramm auch kein Wunder. Hinzu kommt eine Zuladung von maximal 645 kg. Da haben die Pferdebesitzer viele Möglichkeiten. Darüber hinaus verfügt die M-Klasse über eine Allradtechnik, die keine Wünsche offen lässt. Basis ist der permanente Allradantrieb, der mit dem Traktionssystem ETS, der Bergab-Fahrhilfe, dem Anfahr-Assistenten und dem Offroad-ABS bereits dafür sorgt, dass man sich abseits der Straßenpiste beruhigt bewegen kann. Wer es allerdings richtig krachen lassen will im Gelände, der sollte das "Offroad Pro Technikpaket" mit zwei Differenzialsperren und Luftfederung ordern. Selbst steilste Hänge, tiefste Löcher, schrägste Schotterpisten und morastige Wasserdurchfahrten (Bodenfreiheit bis zu 60 cm) meistert der Mercedes M klaglos.

Die Luxus-Limousine von VW, der Phaeton, kann auch immerhin bis zu 2.300 kg ziehen und 506 kg zuladen. Da kann man einen Pferdeanhänger schon mal dran hängen. Zumal auch der permanente Allradantrieb 4Motion zur Verfügung steht. Besonders bei kritischen Lastwechselreaktionen spielt der Allradantrieb seine Vorteile aus. Die Kraftverteilung des 4Motion-Antriebs wird, je nach Schlupf, vollvariabel an alle vier Räder geleitet; die Verteilung der Antriebskraft erfolgt demnach immer individuell. In der Folge kann stets die optimale Traktion und Seitenführungskraft eines Rades aufrecht erhalten werden.

So viel kosten sie: Die Mercedes M-Klasse ist zwar edel und hat auch einiges zu bieten (7-Gang-Automatik, Tempomat, Klimaanlage), doch die Liste der Optionen (Laderaum-Abdeckung, Dachreling etc.) ist fast ebenso lang. Da wird der Preis von 54.205 Euro für den 320 CDI längst nicht reichen. Doch dafür bekommt man auch ein echtes Muskelpaket geliefert - in jeder Beziehung.
Natürlich lässt sich der VW Phaeton auch zu einer angenehmen Luxuswohnung umfunktionieren: Keyless-Access, elektrische Einzelsitze hinten, DVD-Entertainment-System, Bordbar und so weiter und so weiter. Nur der Geldbeutel bestimmt die Grenzen. Und der muss auch hier recht ausgewachsen sein. Denn ein günstiges Vergnügen ist einer wie der VW Phaeton selbstverständlich nicht. Für den Diesel muss man mindestens 64.500 Euro hinblättern.
Fazit: Keine Frage, beide Luxus-Allradler machen riesig Spaß, bieten nahezu alles, was das Autofahrer-Herz begehrt. Die Mercedes M-Klasse ist naturgemäß noch mehr ein Geländewagen, der Phaeton-Allradler eher eine komfortable Limousine. Doch beide hinterlassen auch auf jedem Reitplatz einen guten Eindruck.

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