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Der Vorrat an frischem Grünfutter auf unseren heimischen Weiden neigt sich in den ersten winterlichen Tagen dem Ende entgegen und wie jedes Jahr stellen die meisten Pferdebesitzer in dieser Zeit die Fütterung auf herkömmliches Heu um, um den Grobfutterbedarf ihrer Pferde zu befriedigen. Doch nicht immer hat Heu die beste Qualität. Eine gute Alternative sind Grassilagen. Sylke Schulte hat sich hier für Pferde-Welt.Info einmal informiert.
Raufutter mit seinen verschiedenen Grasanteilen und Kräutersorten ist nicht nur eine ideale Lösung in Punkto pferdegerechte Ernährung, sondern es dient auch der Psyche der Pferde, da das lange Kauen und Einspeicheln nicht nur die Verdauung anregt, sondern auch ein gutes Mittel gegen Langeweile ist.
Natürlich ist gegen die Fütterung von qualitativ hochwertigem Heu überhaupt nichts einzuwenden, doch gerade an diesem Punkt hapert es leider doch allzu oft. Die wechselhaften und feuchten Sommertage der letzten Jahre (vor allem im Norden der Republik) haben die Qualität des Heus oft geschmälert und außerdem zu einigen Preisschwankungen geführt. Hinzu kommt noch, dass eine steigende Anzahl unserer Pferde – vor allem unter den Stallpferden – mittlerweile zu Atembeschwerden neigt, die durch das staubige Heu noch verstärkt werden. Trotz Anfeuchten des Heus können – bei geringer Qualität – auch weiterhin Sporen und Keime Asthma und andere Atemwegserkrankungen fördern.
 Eine Alternative zur herkömmlichen Heufütterung bieten Grassilagen. Obwohl die Fütterung von „Grünfutterkonserven“ in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat, kursieren in diesem Zusammenhang noch immer hartnäckige Gerüchte und Vorurteile, die viele Pferdehalter davon abhalten, Grassilage auszuprobieren. Dass Bezeichnungen wie Heulage, Silage, Gärheu oder Anwelksilage im Allgemeinen allzu oft synonym verwendet werden, macht die Verwirrung nur noch größer. Dabei handelt es sich meist um Unterkategorien, die unter den Begriffen Gras- oder Grünfuttersilage zusammengefasst werden können und lediglich einen unterschiedlichen Trocknungsgrad des Grases bezeichnen.
Die üblichsten Formen von Grassilage hierzulande bilden die Anwelk- und die Heulage, wobei Anwelksilage einen Trockensubstanzgehalt von mindestens 33% und Heulage 50-75% enthält. (Zum Vergleich: Heu hat einen Trockengehalt von 85-88%). Entgegen aller Vorurteile und Diskussionen ist Grassilage auch für Pferde geeignet, die an Hufrehe leiden. Doch sollte auch bei gesunden Pferden darauf geachtet werden, dass die Grünfutterkonserve speziell für Pferde hergestellt wurde, da nur diese die richtigen Kräuteranteile und Strukturen enthält. Im Internet finden sich zahlreiche Anbieter, die sich auf diesem Gebiet spezialisiert haben und die Silage in handlichen Ballen ausliefern. Fütterungsempfehlungen, Preise und mehr Informationen zum Herstellungsverfahren finden sich auf den nachfolgenden Webseiten: http://www.boxgrass.de/ http://www.koehne-pferdegras.de/index.php http://www.heulage.com/ Wie beim Heu muss bei der Ernte von Grassilagen darauf geachtet werden, dass keine Fremdkörper und keine Verunreinigungen durch Steine oder Sand in das Futter gelangen können, da ansonsten akute Vergiftungsgefahr (z.B. Botulismus) besteht. Der Vorteil der Grünfutterkonserven liegt vor allem an ihrer relativ geringen Trocknungszeit, die – je nach erwünschtem Trocknungsgrad – zwischen einem und drei Tagen liegt. Durch eine komprimierte, luftdicht abgeschlossene Verpackung aus mehrlagiger Folie strebt man eine Vermehrung der Milchsäurebakterien an, durch die der pH-Wert auf 4-4,5 fällt. Aufgrund der sauerstoffarmen Umgebung können sich Schimmel- und Hefebakterien nicht vermehren und die Silage wird konserviert.
Natürlich muss – wie bei eigentlich jeder pferdegerechten Fütterung – auch bei der Gabe von Grassilage einiges berücksichtigt werden. Eine Umstellung sollte zum Beispiel langsam und schrittweise erfolgen, wobei gerade Pferde mit Verdauungsproblemen meist sehr positiv auf einen solchen Wechsel reagieren. Außerdem muss bei der Lagerung einiges beachtet werden: Der Ballen muss vor Einwirkungen durch Vögel oder Nager geschützt werden, da schon durch kleinste Löcher in der Folienabdeckung Bakterien eindringen können. Ein angebrochener Ballen muss innerhalb von ein paar Tagen aufgebraucht werden, da es ansonsten ebenfalls zu Schimmelbefall kommen kann. Die Qualität der Silage lässt sich ganz einfach anhand des Geruchs und des Aussehens feststellen: Sie sollte hellgrün bis grün sein und einen würzigen und brotartigen Geruch haben (auf keinen Fall sollte sie nach Alkohol riechen!).
Auch wenn die Herstellung und Lagerung von Grünfutterkonserven nicht ganz unkompliziert ist, lohnt sich die Umstellung gerade bei Pferden mit Atemwegserkrankungen oder Verdauungsproblemen. Die im Handel erhältlichen Silagen werden kontinuierlich auf ihre Inhaltsstoffe geprüft und können so in den allermeisten Fällen bedenkenlos verfüttert werden!
Fotos: Koehn-pferdegrass, Pferde-Welt.Info
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