Buffy – eine Liebe fürs Leben

Heiko Köhring traf die Quarterhorse Stute Buffy vor 25 Jahren auf der Flachsberg Ranch in Schwanewede - und kaufte sie. Bis heute sind sie ein gutes Team. Hier erzählt er uns ihre gemeinsame Geschichte.

Buffy, eigentlich Black Buffy TS, wurde am 10 . Mai 1979 in den USA geboren. Sie kam dann als fünfjährige tragend nach Deutschland, wuchs in Norddeutschland auf und landete auf der Flachsberg Ranch. Dort trafen wir uns und sie wurde meine ständige Begleiterin. Nicht nur als Reitpferd machte sie sich gut, sondern auch als Zuchtstute. Sie brachte mehrere gesunde Fohlen zur Welt, die teilweise im späteren Turniersport eine gute Figur machten. Was auch an den tollen Flachsberger Hengsten lag, die eine sehr gute Blutlinie vererbten. Dank guter Anleitung und Betreuung durch den Flachsberg Ranchbetreiber Horst Geier und den langjährigen Trainer Kay Wienrich erhielten mein Pferd und ich eine tolle Basiswestern-Reitausbildung. Nach und nach wurden wir fit gemacht für die ersten Ausritte, Turniere oder Shows, um das Westernreiten mit publik zu machen.

Buffy war und ist eine sehr trittsichere, umgängliche aber auch sehr schnelle Stute. Aus diesem Grund ließ ich sie manchmal auch laufen, wie in den Turnierdisziplinen Polebending und Barrel Race. Aber genauso konnte sie auch Pleasuren, meisterte den Trailoder und eignete sich als Voltigierpferd. Während eines Bayernrauffenthaltes bewährte sie sich gut als Ritterpferd auf verschiedenen Ritterturnieren, egal ob es darum ging, einen Lanzenkampf auszutragen oder durch Feuerwände zu reiten.

Auf vielen Westernreitturnieren, Meisterschaften oder Europameisterschaften waren wir dabei und errangen viele Platzierungen, Auszeichnungen und High Points. Doch trotz aller Ehrungen war für mich immer das Wichtigste, dass Buffy gesund blieb.

Selbst die Tierärzte sind von ihr begeistert und vertreten die Meinung, solange sie noch vital ist, soll man sie beschäftigen und auch reiten. Genau dieses machen wir.
Nach und nach gingen wir auch dazu über, mit Rindern zu arbeiten. Auch hier zeigte sie nie Angst und arbeitete gut mit.

Am 10. Mai. 2009 , also genau an ihrem 30. Geburtstag, nahm sie an den Cattle Days in Pullman City Harz teil. Eine bessere Kulisse hätte man sich als Geburtstag für ein aktives Westernpferd kaum denken können!
Sie bewährte sich sehr gut in den Disziplinen Cattle Penning (4. Platz von 29, in 20,14 Sek). Eine bestimmtes Rind musste aus der Herde herausgeholt und in einen am anderen Ende der Reithalle aufgebauten Pferch hineingetrieben werden. Andere Disziplinen waren Team Penning, Team Sorting und Ranch Roping.
Überall arbeitet sie toll mit.

Andere Reiter, die ihre Jungpferde auch mal an die Rinder gewöhnen wollten, bekamen von der erfahrenen Buffy Hilfestellung. "Mama" Buffy, das alte, erfahrene Pferd, brachte den Jungpferden quasi spielerisch bei, die Rinder am Weglaufen zu hindern. Nicht nur Jungpferde vertrauten ihr dabei, sondern auch die Besitzer!

Viele Menschen, die das Westernreiten lernen wollten, kamen zuerst auf Buffy, um an der Longe ein Balancegefühl zu entwickeln. Trotz der unzähligen Reitanfänger (ca. 350 innerhalb der letzten 15 Jahre), blieb Buffy in ihrem Verhalten gleich und hatte keine Probleme. Denn all diese Anfängerstunden fanden und finden ja nur unter Anleitung statt. Reiter, die Angst oder schlimme reiterliche Unfälle gehabt hatten, bekamen durch Buffy zum ersten Mal wieder Kontakt zum Pferd und gewannen ihr Vertrauen zurück. Das ging oft so weit, dass sie sich nach einiger Zeit selber ein Pferd zulegten.
Mittlerweile gibt es durch unser Konzept, Buffys Sicherheit und meine Ausbildungsanleitung eine große Zahl an begeisterten Westernreitern. Viele wollten aber alles so schnell wie möglich erreichen, ohne sich selbst und ihrem Pferd Zeit zu geben. Daraus wurden dann oft Neider oder Dummschwätzer...

Wir brauchten Jahre, um ein richtig gutes Team zu werden, unzählige Reitstunden und diverse Kurse bei anderen Trainern verfeinerten immer wieder unser Westernreiten. Schließlich ist Buffy ein eigenständiges Tier, mit dem man kommunizieren muß. Auch mit ihren 30 Jahren ist sie kein Computer geworden.

So lange sie wohl auf ist und es ihr körperlich gut geht, werde ich ihr das Gefühl geben, dass sie gebraucht wird. Sie wird noch einigen neuen Reitschülern als Vertrauenspferd zur Verfügung stehen und wird auch noch auf der einen oder anderen Veranstaltung zu sehen sein.

Fotos: H. Köhring
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