Reiten lernen: Wie fange ich an?

"Mama, Papa, ich möchte so gerne reiten lernen!" Diesen Satz hören viele Eltern, wenn ihre Kinder - meistens sind es Mädchen - so ungefähr zwischen sechs und acht Jahre alt sind. Hat man selber nie etwas mit Pferden zu tun gehabt, ist man wahrscheinlich erst einmal ratlos: Ist das überhaupt etwas für mein Kind? Welches Alter ist das richtige für den Start? Ist das nicht gefährlich? Was kommen für Kosten auf mich zu? Wo kann mein Kind reiten lernen? Wir wollen Ihnen bei der Beantwortung dieser Frage helfen.

Wann?
Das früheste Alter, um mit dem Reiten zu beginnen, ist ungefähr mit fünf Jahren. Natürlich müssen die Pferde in der Größe zum Kind passen - für dieses Alter sind die friedlichen und robusten Shetlandponys, die ein Stockmaß von 95 bis 102 Zentimeter erreichen, genau richtig.
In vielen Reitställen gibt es "Sheddys" als Schulpferde. Die Kinder lernen dort in Gruppen von ungefähr vier bis acht Kindern, mit den Pferden umzugehen, sie zu putzen, zu satteln und aufzutrensen und natürlich zu reiten. In einer Halle oder auf einem Reitplatz werden dann die Gangarten Schritt, Trapp und Galopp gelehrt, dazu die Bahnfiguren und Anweisungen wie "Durch die ganze Bahn wechseln" oder "In der Mitte der langen Seite angaloppieren".

Sind die Kinder etwas älter, kommen die Ponys (ab 138 cm Stockmaß) oder Kleinpferdrassen (zwischen 130 und 147 cm, Haflinger oder Isländer, siehe Pferderassen) ins Spiel. Sie sind zwar etwas größer, aber meistens genauso gutmütig. Hier läuft der Unterricht ähnlich ab. Ab und zu gehört auch eine Theorie-Stunde zum Unterricht, und als großes Highlight gibt es bei den etwas Fortgeschrittenen auch mal einen Ausritt.

Wo?
Mit Sicherheit gibt es auch bei Ihnen in der Nähe den einen oder anderen Reitstall. Vielleicht hat jemand aus Ihrem Freundeskreis schon eine Empfehlung. Wenn nicht, fragen im Stall an, ob Sie einmal bei einer Unterrichtsstunde zusehen dürfen. Fragen Sie nach, welche Ausbildung die Reitlehrerin/der Reitlehrer hat, achten Sie darauf, ob der Umgangston nett ist und Pferde und Stall gepflegt. Es sollten auch nicht zu viele Kinder in einer Gruppe sein -maximal 6 bis 7 Kinder ist angemessen für einen optimalen Unterricht, bei dem der Lehrer gut auf die Kinder einzeln eingehen kann.
Es gibt auch die Möglichkeit, in einem Verein Mitglied zu werden, der eine Reitabteilung hat. Auch dort wird meistens Unterricht für "Ersteinsteiger" angeboten.
Bevor Sie sich endgültig mit einer Mitgliedschaft oder einer Zehnerkarte binden, sollte Ihr Kind aber erst mal eine Probestunde mitmachen dürfen.

Die Kosten
Durchschnittlich kostet eine Reitstunde zwischen 10 und 15 Euro, kann aber auch, vielleicht bei einem besonders qualifizierten Lehrer, teurer sein. Einzelstunden sind natürlich auch teurer. Meistens wird es etwas günstiger, wenn Sie eine Zehnerkarte nehmen. Erkundigen Sie sich, wie der Unterricht in den Ferien geregelt ist und was passiert, wenn Ihr Kind mal nicht zum Unterricht gehen kann. Es ist ärgerlich, wenn man die Stunden dann trotzdem bezahlen muss.
Im Verein zahlt man einen - meist sehr günstigen - Monatsbeitrag, aber dafür durchgehend das ganze Jahr. Oft ist es auch so, dass man sich zu Arbeitseinsätzen verpflichten muss: Zäune reparieren, Reitplätze von Unkraut befreien usw.

Mehr zum Thema Kosten erfahren Sie hier.


Die Ausrüstung
Bevor Sie sicher sind, dass Reiten wirklich der richtige Sport für Ihr Kind ist, sollten Sie keine großen Ausgaben tätigen. Das einzige, was aber von Anfang an wichtig ist, ist ein gutsitzender Reithelm. Man kann sie auch im Internet bestellen. Allerdings sollten Sie dann die Zeit einplanen, ihn eventuell tauschen zu können - denn nur ein optimal sitzender Helm bietet ausreichend Schutz! Im Fachhandel bekommen Sie Reithelme ab etwa 20 Euro, dort kann man Sie auch wegen der optimalen Passform beraten. Eine gewissenhafte Reitlehrerin wird sie auch darauf aufmerksam machen, wenn der Helm irgendwann zu klein geworden ist und ein neuer angeschafft werden muss.
Ist Ihr Kind mit Begeisterung dabei, können Sie den Kauf einer Reithose und Gummi-Reitstiefeln erwägen. Der Absatz verhindert, dass das Kind aus den Steigbügeln rutscht - was mit Gummistiefeln leicht passieren kann. Außerdem sitzen Reitstiefel fest am Bein - Gummistiefel kann man schon mal verlieren. Gummireitstiefel gibt es ab 20 Euro.
Auch eine Reithose erhöht den Reitkomfort enorm - und natürlich das Gefühl, ein "richtiger" Reiter zu sein. Es kann auch nicht zu Druckstellen kommen wie bei einer normalen Hose mit Nähten an der falschen Stelle. Reithosen bekommt man ab etwa 30 Euro.

Mit Reitsachen wird auch ein schwungvoller Second Hand-Handel betrieben. Es lohnt sich, immer mal am Schwarzen Brett des Stalles zu stöbern. Es gibt auch Flohmärkte nur mit Reitsachen und Pferde-Zubehör.

Fotos: Pferde-Welt

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